Teile der Präsidentengarde im westafrikanischen Niger setzen in einer ungewöhnlich klingenden Aktion ihren eigenen Chef, den Präsidenten, fest. Dessen Büro schreibt von einem "Wutanfall" innerhalb der Garde. Vermittlungsversuche für eine Freilassung scheinen bislang zu scheitern. Auch Bundeswehrsoldaten sind im Niger.
Stundenlang wird Nigers Präsident Mohamed Bazoum in seinem Palast festgehalten - von Mitgliedern der eigenen Garde. Am späten Abend verkünden dann Soldaten im Fernsehen die Machtübernahme in der letzten Demokratie in der Sahelzone.
Der Putschversuch in Niger löst international und in den westafrikanischen Nachbarländern Besorgnis aus. Baerbock sagt volle Unterstützung für die demokratische Entwicklung zu und Strack-Zimmermann zeigt sich besorgt über die Folgen für die Bundeswehrsoldaten in Mali.
In Niger schwingt sich der Chef der Präsidentengarde zum neuen starken Mann im Staat auf. General Tchiani erklärt den Schritt im nationalen Fernsehen, er ergreift die Macht nach eigenen Worten "zum Schutz des Vaterlands".