Kardinal Hengsbach war einer der bekanntesten Geistlichen Deutschlands. Nun gibt es auch Missbrauchsvorwürfe gegen ihn. Sollten sich diese bewahrheiten, wäre Hengsbach der erste höchstrangige katholische Geistliche, dem eigener Missbrauch nachgewiesen wird.
Das Bistum nennt die Vorwürfe »gravierend«: 32 Jahre nach seinem Tod wird Ruhrbischof Franz Hengsbach des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die katholische Kirche sucht nun nach möglichen weiteren Betroffenen.
Das Bistum Essen macht schwere Vorwürfe gegen seinen verstorbenen Gründerbischof Franz Hengsbach öffentlich. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, wäre es die Demontage eines katholischen Denkmals.
Kardinal Hengsbach gründet das Bistum Essen und führt es über drei Jahrzehnte lang. 1991 stirbt der Geistliche. Nun, Jahrzehnte später, stehen gravierende Missbrauchsvorwürfe gegen ihn im Raum. Zwei Bistümer gehen damit selbst an die Öffentlichkeit. Die Stadt Essen zieht nun eine erste Konsequenz.
Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Essener Kardinal belasten nun auch seinen Nachfolger Bischof Overbeck. Der wusste von den Anschuldigungen und enthüllte 2011 dennoch ein Hengsbach-Denkmal. Betroffene fordern den Abriss.
Er konnte die Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach nicht glauben, schreibt Essens Bischof Overbeck in einem Gemeindebrief. Daher blieb er untätig. Nun entschuldigt er sich und räumt Fehler im Umgang ein. Über persönliche Konsequenzen denkt er offenbar nicht nach.
Bischof Franz-Josef Overbeck hat für Versäumnisse im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Kardinal Franz Hengsbach um Entschuldigung gebeten. Er kündigte Aufarbeitung an – sein Amt will er behalten.